Rushhour
Sonntag, den 03. Februar 2008 um 10:51 Uhr

Video zum ProjektProjekt Rushhour

Zeitungsartikel zum Projekt Rushhour

Projektbeschrieb (pdf)

 

 

 

00 Inhalt: Gruppenbild: Kuriere des Fürsten
Ein positiver Streich
Die Werkklasse des Freiwilligen 10. Schuljahres aus Schaan überrascht Menschen im St. Galler Abendverkehr mit Rosen und süssen Fürstenhütchen oder sorgt für saubere Autoscheiben.

01 Autor:
Werkklasse Schaan / Mark Riklin, Meldestelle für Glücksmomente/ Albert Eberle, Klassenlehrer

02 Publiziert am:
3.02.2008

03 Fachbereiche:
Berufswahlkunde

04 Dauer:
6 Minuten (Video als Endprodukt)

05 Unterrichtsform:
Projektunterricht , Abschlussarbeit des Motivationsseminars der Werkklasse von Mitte August 2007 in Malbun mit den Schwerpunkten Empowerment und Grenzerfahrungen

06 Schwierigkeitsgrad:
anspruchsvoll

07 Altersstufe/Schulstufe:
10. Schuljahr

08 Ziele: Kuriere des Fürsten im Einsatz
Die „happy rush hour“ findet während des Feierabendverkehrs an einer Strassenkreuzung statt. Dies hat einen Symbolwert für die Jugendlichen.Sie müssen in ihrem Berufswahlprozess eine Entscheidung treffen und eine Richtung einschlagen. Das soziale Denken und Erlebnisse in der Gruppe werden durch diesen Anlass gefördert. In dieser schrägen Aktion können die Jugendlichen ihre Grenzen ausloten. Es wird ihnen die Chance geboten, das Selbstvertrauen zu stärken und die verbale und nonverbale Kommunikation zu verbessern. Sie müssen den entsprechenden Mut und die nötige Ausdauer an den Tag legen. Durch den Film, welcher als Produkt dieser Aktion entsteht, wird der Werkklasse die Möglichkeit geboten, bei Anlässen mit Berufsverbänden, Behörden, Ämtern und im Rahmen von Öffentlichkeitsveranstaltungen Aufmerksamkeit zu erlangen und sich positiv zu präsentieren.

09 Nötige Vorkenntnisse:
Es ist von Vorteil, Erfahrung mit solchen Aktionen im öffentlichen Raum zu haben. Mark Riklin von der Meldestelle für Glücksmomente ist ein absoluter Fachmann für solche Projekte.

10 Material (Hardware):
Für die Dokumentation: Videokamera, Fotoapparat
Kuriere des Fürsten im Einsatz
11 Tools (Software):
siehe (video-artwork) von Marco Hess, St. Gallen

12 Rahmenbedingungen:
Einverständnis der Stadtpolizei St. Gallen, strikte Befolgung der erhaltenen Auflagen

13 Links/Literatur:
Video-Artwork.ch

14 Ablauf:
Drehbuch erarbeiten, Rollenzuteilung, Vorbereitung, Briefing, Durchführung (17.30 bis 18.30 Uhr),enormer zeitlicher Arbeitsaufwand

15 Technische Anleitung:
Filmaufnahmen 55 Minuten, Endprodukt 6 Minuten, professioneller Kameramann

16 Kommentar:
Die Aktion fand an einer vielbefahrenen Kreuzung statt. Die Unfallgefahr ist nicht unerheblich, deshalb ist Disziplin für alle Beteiligten unerlässlich. Es ist sehr wichtig, dass die Jugendlichen Verantwortung für ihre gewählte Aufgabe übernehmen und die Aufträge pflichtgemäss ausführen.


Lernfeld mitten in der Realität

Schaaner Werkklasse als Glücksbringer im Abendverkehr


SCHAAN/ST.GALLEN - Im Auftrag der Meldestelle für Glücksmomente sorgte die Werkklasse des Freiwilligen 10. Schuljahrs Schaan an einer St.Galler Strassenkreuzung für positive Überraschung im Abendverkehr. Eindrücke vor Ort.

Stellen Sie sich vor: Es ist kurz nach 17 Uhr, ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter Ihnen. Sie setzen sich ins Auto und machen sich auf den Heimweg. In der Abenddämmerung reihen Sie sich wie gewohnt in die Warteschlange und nähern sich in stockendem Tempo der roten Ampel. Bis Sie plötzlich von zwei jungen Damen überrascht werden, die Ihnen entgegenstrahlen und als Staumümpfeli ein Fürstenhütchen anbieten, um Ihr Warten zu versüssen. Wo gibt’s denn sowas?

Moment des Glücks
So geschehen vor ein paar Tagen an einer Strassenkreuzung in der Stadt St. Gallen, wo zehn Jugendliche der Werkklasse des Freiwilligen 10. Schuljahrs Schaan im Auftrag der Meldestelle für Glücksmomente Menschen im Abendverkehr positiv überraschten. Wer kennt sie nicht, die alltäglichen Situationen des Wartens, die nur schwierig auszuhalten sind: Das Warten auf ein wichtiges Ergebnis, das Warten auf bessere Zeiten, das Warten im Stau oder vor der roten Ampel. „Meist warten wir mit Ungeduld und vergessen dabei, dass im Warten auch das Moment der Überraschung und des Glücks liegen kann.“, sagt Mark Riklin, Leiter der Meldestelle für Glücksmomente.

Rosenverweigerer
Genau hier versuchte der positive Streich „happy rush hour“ anzusetzen: die Zumutung des Wartens in ein Lächeln und den Effekt in sein Gegenteil zu verwandeln. Eine Projektanlage, die Albert Eberle, Leiter der Werkklasse, sofort als ideales Lernfeld mitten in der Realität erkannte: sich in einer ungewohnten Rolle ausprobieren und Neues wagen; einen Schritt auf fremde Leute zugehen; oder mit ablehnenden Reaktionen umgehen.
„Dürfen wir Ihnen eine Rose schenken? Für am heutigen Tage Vollbrachtes.“, steht auf einem kleinen Plakat geschrieben. Die Reaktionen auf das einladende Angebot fallen ganz unterschiedlich aus, obwohl das Rosenkavalier-Duo an Charme und Harmlosigkeit wohl kaum zu überbieten ist: „Die einen öffnen sofort das Fenster, um mit uns in Kontakt zu treten; andere winken ab oder ignorieren uns ganz einfach“, erzählt Debora Corvaglia (16) aus Triesen.

Positiver Überfall
„Ein Duft von Astern / obwohl in dieser Mondnacht / der Winter eintrat.“ Japanische Dreizeiler rezitierend flaniert ein Ampel-Poet mit Stirnlampe über den Fussgängerstreifen, von Wartenden verwundert verfolgt. Von einem Hochsitz aus versucht ein Stau-Beobachter Knotenpunkte und Verdichtungen rechtzeitig vorauszusehen, während ein Staumelder auf einer von Hand beschriebenen Tafel die verbliebene Rest-Wartezeit anzeigt, ungeduldige Lenker besänftigend.
Besondere Aufmerksamkeit erheischen die „Los Lavanderos“, eine achtarmige Waschanlage, die innert 40 Sekunden für klare Sicht sorgt. „Vamos!“, ruft Einsatzleiterin Romana von Tana den vier jungen Männern aus Lateinamerika zu, die sofort aus den Startlöchern schiessen und die Fensterscheiben kostenlos einer Spezialreinigung unterziehen - eine Art positiver Überfall vor der roten Ampel, der allen Beteiligten sichtlich Spass macht.

Nachhaltiges Erfolgserlebnis
Glück ist die Zeit, in der man sie vergisst. Trotz Kälte beweisen die Jugendlichen bewundernswerte Ausdauer, zeigen keinerlei Anzeichen, die Aktion beenden zu wollen. Ganz zur Freude ihres Lehrers Albert Eberle, der mit Genugtuung feststellt, wie gut seine Glücksbringer mit unterschiedlichsten Rollenerwartungen, Situationen und Reaktionen umzugehen wissen: „Es ist richtig schön anzusehen“, sagt Eberle im Interview mit dem St.Galler Filmschaffenden Marco Hess (video-artwork), der „happy rush hour“ in einem 6-minütigen Film verewigt. Auf dass das Erlebnis, Erwartungen und Gewohnheiten auf positive und heitere Art zu brechen, nicht so schnell vergessen geht. Die Jugendlichen jedenfalls feiern das Gelingen ihres Streiches, als ob sie soeben ein entscheidendes Fussballspiel gewonnen hätten.

Mark Riklin

 

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